Kfz-Gutachter Wolf in Bonn

Nachbesichtigung der Versicherung

Wenn ein PKW durch einen Unfall zerstört wurde, hat der Geschädigte die Möglichkeit, während der Dauer der Instandsetzung einen Leihwagen in Anspruch zu nehmen. Das bedeutet, dass wenn der Geschädigte das Unfallfahrzeug instandsetzen lässt oder bei einem nicht verkehrssicheren Fahrzeug ein alternatives Motorfahrzeug kauft, grundsätzlich der wesentliche Ausfallzeitraum in vollem Umfang erstattungsfähig ist.

Die Entschädigung kann anhand einer akzeptierten Nutzungsentschädigungstabelle (Sanden/Danner/Küppersbusch) geltend gemacht werden. In dieser Tabelle ist für jeden Fahrzeugtyp ein täglicher Ausfallentschädigungsbetrag festgelegt.

Zusätzlich werden auch die entstehenden Mietwagenkosten durch die Anmietung eines PKWs beziffert. Hierbei ist es wichtig, dass die Höhe der Mietwagenkosten angemessen und adäquat ist.

Es gelten folgende Grundsätze: Der Geschädigte sollte nach Erhalt der Schadensersatzleistung nicht schlechter gestellt sein als vor dem schädigenden Ereignis. Zudem sollte der Geschädigte durch die Schadensersatzleistung nicht besser gestellt sein als vor dem Ereignis. Schließlich hat der Geschädigte die Verpflichtung, den Schaden so gering wie möglich zu halten und ihn nicht vorwerfbar auszuweiten.

Um das Risiko zu vermeiden, dass die anfallenden Mietwagenkosten in voller Höhe vom Geschädigten getragen werden müssen, gibt es einen einfachen und sicheren Weg: Der Geschädigte kann dem gegnerischen Versicherungsunternehmen anbieten, das Mietwagenunternehmen selbst zu bestimmen.

Auf diese Weise wird der gegnerischen Versicherung die Möglichkeit genommen, dem Geschädigten vorzuwerfen, dass er ein zu teures Fahrzeug gemietet habe.

Heutzutage haben viele Versicherungsunternehmen Partnerschaften mit Mietwagenfirmen. Doch oft treten Schwierigkeiten auf, wenn der Geschädigte in Unkenntnis ein Fahrzeug auf eigene Faust anmietet, beispielsweise auf Empfehlung eines Abschleppunternehmens oder einer Werkstatt.

Der Geschädigte kennt in der Regel nicht den Unterschied zwischen dem Normaltarif und dem Unfallersatztarif.

Der Normaltarif beinhaltet eine spontane Anmietung ohne Kilometerbegrenzung bei fester Anmietdauer und Barzahlung.

Der Unfallersatztarif dagegen bezieht sich auf eine nicht festgesetzte Mietdauer und eine unvorhersehbare Kilometerleistung, ohne dass eine Sofortzahlung notwendig ist.

In der Regel wird der Normaltarif auf dem örtlich relevanten Markt angeboten. Alternativ kann er auch anhand der beliebten Schwacke-Liste geschätzt werden (§287 ZPO).

Ein Problem entsteht dann, wenn der Geschädigte den Unfallersatztarif schuldet, jedoch nur den Normaltarif erstattet bekommt. In diesem Fall liegt die Pflicht beim Autovermieter, das Risiko der Durchsetzbarkeit eines Unfallersatztarifs im Vergleich zu seinen Firmenkunden offenzulegen.

Es ist möglich, dass auch Mietwagenkosten, die über dem Normaltarif liegen, erstattungsfähig sind, wenn der Unfallgeschädigte nachweisen kann, dass er nicht in der Lage war, ein günstigeres Angebot zu finden.

Es gibt bestimmte Rechtsgrundsätze, die hierbei relevant sind: a.) Wenn ein Normaltarif ohne Vorbehalt verfügbar ist, beschränkt sich der Anspruch auf Ersatz entsprechend darauf. b.) Selbst ein unangemessen hoher Unfallersatztarif kann erstattungsfähig sein, wenn der Geschädigte keine andere Option hatte. c.) Der Unfallgeschädigte kann nur den günstigsten Normaltarif von den verschiedenen am Markt angebotenen Tarifen verlangen. d.) Wenn der Geschädigte nachweisen kann, dass er nicht in der Lage war, ein Auto zum Normaltarif zu mieten, sind auch Kosten über dem Normaltarif erstattungsfähig.

Gemäß §287 ZPO kann ein pauschaler Aufschlag auf den Normaltarif (in der Regel 20-60%) erstattungsfähig sein.

Grundsätzlich wird jeder Miettarif bezahlt, sofern der Geschädigte bestätigen kann, dass aufgrund der wirtschaftlichen Umstände, den lokalen Anmietungsbedingungen und eines dringenden Fahrbedarfs keine günstigere Option verfügbar war und somit der tatsächlich gemietete Tarif gerechtfertigt ist.

Zusätzlich möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Sie möglicherweise in der Lage sind, Ihre gesamte Mietwagenrechnung, einschließlich aller Kosten, die im Zusammenhang mit dem Unfall entstanden sind, auf das Mietwagenunternehmen zu übertragen. Bitte beachten Sie, dass das Unternehmen bei einer möglichen Kürzung Ihrer Rechnung durch die Versicherung nicht automatisch einen Verlust erleidet und Sie daher nicht in Diskussionen über die Versicherung einbeziehen sollte.